Förderverein 5. Sächsische Landesgartenschau 2009 Reichenbach Vogtland Sachsen- Veranstaltungen , Maskottchen , Baumpatenschaft
Presseberichte
Foto vom ersten Spatenstich
Erfolgversprechend: Eine Veranstaltung und drei Gießkannen.
07.09.2006

2009 kann kommen: Kumuliert und angezapft

Beim ersten Spatenstich auf dem Laga-Gelände lag Ministerpräsident Milbradt schief - Sonst ging's geschickt, beherzt und ein wenig rustikal zu
Reichenbach. Die Stieleiche steht schief. Aber wenn das alles war, was auf dem Weg zur 5. Sächsischen Landesgartenschau 2009 (Laga) in Reichenbach schiefgegangen ist, dann war gestern ein guter Tag. Schließlich haben sich Sachsens Regierungschef Georg Milbradt, OB Dieter Kießling sowie der Prokurist der Fördergesellschaft Sächsischer Landesgartenschauen, Winfried Kaiser, beim Einbuddeln des ersten Laga-Baumes auf dem künftigen Schaugelände in der Altstadt und in zukunftsweisenden Reden gestern Vormittag auch alle Mühe gegeben. Der Auftakt für die Umgestaltung von Gartenschau-Reichenbach ist vollzogen, 20-Millionen-Euro-Investitionen stehen an.
Von Gerd Möckel
Begonnen hatte die Erste-Spatenstich-Veranstaltung mit dem Eintreffen des hohen Gastes aus Dresden. 10.45 Uhr: Milbradts Limousine rollte ans Festzelt, in dem die Reichenbacher Fleischerei Schaller ein Buffet aufgebaut hatte und in dem es neben Wernesgrüner Bier auch Mineralwasser gab. Georg Milbradt stieg aus, Dieter Kießling begrüßte den Gast und half Georg Milbradt mit dem Geschick eines Maßschneiders ins Jacket.
Derweil stand der Intendant der Vogtland Philharmonie, Stefan Fraas, in seiner Eigenschaft als Chef des Fördervereins der Laga dem Vogtland-Fernsehen Rede und Antwort. "Wir wollen mit Ideen aus der Bevölkerung befruchten, ein Maskottchen entwickeln, einen Ideen-Wettbewerb ins Leben rufen und mit Schulen, zum Beispiel im Biologie-Unterricht, zusammenarbeiten", sagte Fraas und wollte sich schon verabschieden. Doch TV-Mann Uwe Schirmer hakte nach: "Vielleicht doch noch ein paar konkrete Ideen aus der Bevölkerung?" Fraas: "Das sind im Prinzip schon die, die ich genannt habe."
Festbuffet mit Fa. Uwe Schaller
Leckereien ohne Ende. Auf das Büffet im Festzelt auf dem künftigen Laga-Gelände in der Altstadt gab's gestern nach den Festreden einen kleinen Ansturm.
Der Ministerpräsident stand zu diesem Zeitpunkt auch. Und zwar ein wenig versteckt für die vielleicht 150 Gäste hinter dem Festzelt. Mit OB Kießling an seiner Linken, im Gespräch mit Landrat Tassilo Lenk, an dessen Linker Reichenbachs Landtagsabgeordneter Alfons Kienzle das Trio eskortierte und abwechselnd zum einen und zum anderen blinzelte. Das Gespräch zog sich. Die Turmuhr der Peter-Paul-Kirche gegenüber zeigte 11.04 Uhr. Da sprach einer von knapp einem Dutzend in dunklen Anzügen die Szenerie überblickenden Herren ins Handy: "Der Ministerpräsident ist da. Es kommen noch zwei Kollegen von der Aufklärung des Landeskriminalamtes."
Dann sprach Dieter Kießling von der Bedeutung der Gartenschau ins Mikro, lud fürs nächste Jahr zum Bäumepflanzen ("jeder Baum bekommt ein Namensschild") im Gelände ein und versprach: "Wir werden das alles ordentlich vermarkten." Dann stimmte das Blechbläserquartett der Musikschule "Sunny Day" an. "Achtung, schön flott. Da, da, dadada. Lauter, lauter", bestimmte Musikschullehrer Ekkehart Krien. "Die Landesgartenschau? Das wird Reichenbachs große Sauerstoff-Therapie ..." Dann sprach Georg Milbradt von "kumulierten" und "angezapften" Fördertöpfen, "um eine Multiplikationswirkung zu erzielen". Er sprach von einem "Startschuss für das Handwerk" der Region. Und: "20 Millionen sind nichts weiter als Aufträge." Prokurist Winfried Kaiser redete im Hinblick auf die Gewächse für die Landesgartenschau von erstklassiger Qualität, die geliefert würde. Und der Reichenbacher Bürger Klaus Ackermann verfolgte die Reden, während er auf Projekt-Karten schaute, die die umgestaltete Altstadt links und rechts der B 94 vorwegnehmen.
Reden und Zuhören.
Reden und Zuhören.
"Hoffentlich kommt das auch alles so."

Dann kam besagte Baumpflanzung. Unter den Zuträgern der Gießkannen, die für den Guss nach dem Pflanzakt herbeigeschafft werden mussten, war auch Matthias Gäckle, Chef der Inneren Verwaltung im Rathaus. Er hatte sich beherzt eine der Kannen erobert, die ein anderer in Stadtdiensten wohl eher mit protokollarischem Eifer zum Nachfolger König Kurts getragen hätte.

Schließlich floss im Festzelt Sekt der Marke "Schloss Arras", wobei eindeutig mehr Mineralwasser getrunken wurde (auch Milbradt, Lenk und Kießling bevorzugten zum Mittagstisch platonischen Sekt), während auf den Tischen kleine Gießkannen vielleicht auch an die "kumulierten" Fördertöpfe erinnert haben mögen. Alles erging sich in Essen und Reden. Die sächsische Politik, so hatte es Georg Milbradt gesagt, war schließlich mit Landtags- und Stadtratsvertretern und mit Bürgermeistern in "Kompaniestärke angetreten".

Und am Tischlein Deckdich: Backschinken, Gulaschsuppe, Leberkäse, gefüllter Krustenbraten mit Sauerkraut und Bratkartoffeln, belegte Semmeln, Speckfettbemmen, Käsespieß, kleine Knacker, frisch aus dem Rauch. "Rustikal, eben passend zum Anlass", sagte Solvie Schaller, die Frau des Festlieferanten. Die Peter-Paul-Uhr zeigte 11.49 Uhr.

Sekunden vorher hatte sich OB Kießling noch bei den "Sponsoren der Veranstaltung ganz herzlich" bedankt. Bei "Wernesgrüner" und "der RAD". Die RAD, das ist die teilweise stadteigene Regionale Aufbau- und Dienstleistungsgesellschaft, die für eine "saubere Stadt" wirbt.

Ein Ereignis klang langsam aus, das auch zwei Dutzend Gäste wie Du und Ich angezogen haben mag.

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